Du kommst auf eine Website und das Erste, was du liest, ist: „Herzlich willkommen auf unserer Website.“ Okay danke.. und jetzt? Solche nichtssagenden Headlines sieht man tatsächlich immer noch. Früher war das auf vielen Websites ganz normal. Heute nimmt „Herzlich willkommen“ aber vor allem wertvollen Platz weg, ohne Besuchern wirklich weiterzuhelfen.
Viel besser ist es, wenn du auf eine Website kommst und innerhalb weniger Sekunden verstehst: Hier bin ich richtig. Du erkennst sofort, was angeboten wird, findest dich zurecht und weißt, wo du weitere Informationen bekommst. Genau deshalb ist der Inhalt der Startseite wichtiger, als man im ersten Moment vielleicht denkt. Denn deine Startseite ist für viele Besucher der erste Kontakt mit deinem Unternehmen.
Was gehört also auf eine Startseite wirklich? Genau darum geht es in diesem Artikel.
Inhalt
1. Die Aufgaben einer Startseite
Vorab: Deine Startseite muss nicht jede Leistung bis ins kleinste Detail erklären und auch nicht deine komplette Geschichte erzählen. Dafür gibt es Unterseiten. Sie ist vielmehr ein Überblick und Wegweiser durch deine Website. Sie sollte Besuchern helfen, möglichst schnell Antworten auf die wichtigsten Fragen zu bekommen:
Was wird hier angeboten?
Ist das Angebot für mich gedacht?
Wer steckt dahinter?
Wo finde ich weitere Informationen?
Und was kann ich als Nächstes tun?
Wenn diese Fragen schnell beantwortet werden, hat deine Startseite schon ziemlich viel richtig gemacht. Genau deshalb sollte sich der Aufbau einer Homepage nicht danach richten, was du selbst unbedingt erzählen möchtest. Sondern danach, was ein potenzieller Kunde wissen möchte, wenn er zum ersten Mal auf deiner Website landet.
Wichtig:
Frag dich beim Aufbau deiner Startseite nicht nur: „Was möchte ich über mein Business erzählen?“ Frag dich stattdessen: „Was will mein Besucher wissen, damit er versteht, ob er bei mir richtig ist?“
2. Was gehört auf eine Startseite? Die wichtigsten Inhalte
Natürlich sieht nicht jede Startseite gleich aus. Eine Fotografin braucht andere Inhalte als ein Steuerberater und ein lokales Unternehmen wiederum andere als eine Personal Brand. Trotzdem gibt es einige Elemente, die bei vielen Websites sinnvoll sind.
2.1. Eine klare Navigation
Die Navigation gehört für mich zu den Dingen, bei denen man nicht unnötig kreativ werden muss.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und bei der Navigation sind wir es einfach gewohnt, dass wir sie oben auf einer Website finden. Dort ist sie deshalb auch ziemlich gut aufgehoben. Wenn Besucher erst herausfinden müssen, wo sich das Menü versteckt oder wie sie von einer Seite zur nächsten kommen, machst du ihnen die Nutzung deiner Website unnötig schwer. Eine gute Navigation sollte übersichtlich sein und vor allem die Seiten enthalten, die wirklich wichtig sind. Willst du wissen, welche Seiten deine Website überhaupt benötigt, findest du dazu auch einen eigenen Beitrag von mir zum Website-Aufbau. Auch das Logo wird normalerweise in diesem Bereich platziert. Ob links oder mittig, ist egal, wichtig ist, dass Besucher mit einem Klick darauf wieder auf die Startseite gelangen. Solche Kleinigkeiten fallen kaum auf, solange sie funktionieren. Fehlen sie aber, merkt man ziemlich schnell, wie wichtig eine intuitive Nutzerführung ist.
2.2. Der Hero-Bereich
Der Hero-Bereich ist der oberste Bereich deiner Startseite und meistens das Erste, was Besucher sehen. Und auch hier sollte kein Rätselraten beginnen. Deine Headline sollte möglichst schnell vermitteln, was du anbietest und für wen dein Angebot gedacht ist. Das bedeutet auch: Eine Headline wie „Herzlich willkommen“ hilft an dieser Stelle wenig. Sie begrüßt zwar deine Besucher, sagt aber nichts darüber aus, warum sie auf deiner Website richtig sind.
Tipp: Nutze deine Positionierung als Leitlinie
Wenn du bereits einen Positionierungssatz ausgearbeitet hast, kann dieser eine gute Grundlage für deine Headline sein. Darin hast du schließlich schon festgehalten, für wen dein Angebot gedacht ist, wobei du unterstützt und was dich beziehungsweise dein Angebot auszeichnet. Du musst den Satz nicht eins zu eins übernehmen. Nutze ihn vielmehr als Leitlinie, damit deine wichtigste Botschaft direkt im ersten Bereich deiner Website deutlich wird.
Dazu passt ein Bild, das zu dir und deinem Business gehört, gegebenenfalls ein Video, ein kurzer erklärender Text und ein klarer Call-to-Action. Der Hero-Bereich muss also nicht dein gesamtes Business erklären. Er soll vor allem Orientierung geben und einen guten Grund liefern, weiterzuschauen.
2.3. Dein Angebot
Wenn Besucher verstanden haben, worum es grundsätzlich geht, möchten sie natürlich wissen, was du konkret anbietest. Du musst nicht jede einzelne Leistung ausführlich beschreiben. Dafür hast du deine Leistungsseiten. Stell deine wichtigsten Angebote kurz vor und gib Besuchern die Möglichkeit, über einen Button mehr darüber zu erfahren. Genau hier zeigt sich eine der wichtigsten Aufgaben einer Website-Startseite: Sie ist eine Verteilerseite. Sie gibt Besuchern genug Informationen, um zu entscheiden, welcher Bereich für sie interessant ist, und führt sie von dort gezielt weiter.
2.4. Der Über-mich-Bereich
Gerade bei Dienstleistungen möchten Menschen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Deshalb finde ich einen kurzen Über-mich-Bereich auf der Startseite sehr sinnvoll und hilft Vertrauen aufzubauen. Du musst hier aber nicht deinen gesamten Lebenslauf erzählen oder deine komplette Unternehmensgeschichte unterbringen. Ein Bild, ein paar persönliche Sätze – that’s it. Wer danach mehr über dich und deine Arbeit erfahren möchte, kann auf deine Über-mich-Seite weiterklicken.
2.5. Referenzen und Social Proof
Du selbst kannst natürlich viel darüber erzählen, warum dein Angebot gut ist. Noch überzeugender ist es aber oft, wenn andere von ihren Erfahrungen berichten. Testimonials, Kundenstimmen, Google-Bewertungen, Empfehlungen oder ausgewählte Referenzen können deshalb sehr gut auf die Startseite passen. Sie geben Besuchern einen Eindruck davon, wie andere die Zusammenarbeit erlebt haben und welche Ergebnisse entstanden sind. Gerade wenn jemand dich noch nicht kennt, kann dieser Social Proof dabei helfen, Vertrauen aufzubauen.
2.6. Ein kurzer Einblick in die Zusammenarbeit
Dieser Abschnitt ist auch wieder bei Dienstleistungen sehr hilfreich. Denn eine Anfrage bedeutet für Interessenten häufig auch ein Stück Unsicherheit, da sie nicht wissen was nach der Anfrage passiert. Ein kurzer Ablauf kann viele dieser Fragen bereits beantworten und damit Sicherheit schaffen. Und sie wissen schon vor ihrer Anfrage ein bisschen besser, worauf sie sich einlassen.
2.7. Ein klarer Call-to-Action
Ein Call-to-Action – kurz CTA – fordert Besucher zu einer bestimmten Handlung auf. Das klingt erst einmal sehr nach Marketing. Eigentlich geht es aber vor allem um Orientierung. Denn stell dir vor, jemand hat deine Startseite gelesen, findet dein Angebot interessant und möchte weitermachen. Und dann? Wenn du nicht zeigst, was der nächste sinnvolle Schritt ist, muss die Person selbst danach suchen. Und genau an dieser Stelle kannst du sie wieder verlieren. Deshalb sollten Call-to-Actions gut sichtbar und eindeutig formuliert sein. Je nachdem, an welcher Stelle sich ein Besucher gerade befindet, kann der nächste sinnvolle Schritt unterschiedlich aussehen.
Ein Call-to-Action muss nicht immer verkaufen.
„Mehr über meine Leistungen erfahren“, „Projekte ansehen“, „Mehr über mich erfahren“ oder „Kontakt aufnehmen“ können genauso sinnvolle nächste Schritte sein.
Am Ende deiner Startseite würde ich noch einmal einen klaren CTA platzieren. Wer bis hierhin gelesen hat und überzeugt ist, sollte nicht erst wieder nach oben scrollen oder die Navigation durchsuchen müssen. Mach es deinen Besuchern so einfach wie möglich.
3. Was gehört nicht auf die Startseite?
Bei der Erstellung einer Website denken wird häufig darüber nachgedacht, was noch fehlt. Manchmal wäre die bessere Frage aber:
Was kann weg?
Hier ein paar Anhaltspunkte, die du direkt einmal auf deiner eigenen Website prüfen kannst. 😉
- Zu viel Text: Deine Startseite muss nicht alles erklären. Lange Leistungsbeschreibungen oder ausführliche Hintergrundinformationen sind auf den entsprechenden Unterseiten oft besser aufgehoben.
- Bilder ohne Kontext oder beliebige Stockfotos: Bilder sollten nicht einfach nur eine freie Fläche füllen. Sie sollten etwas über dich, dein Angebot oder deine Arbeit erzählen und zum restlichen Inhalt passen.
- Zu viele Animationen: Auch hier gilt für mich: weniger ist oft mehr. Eine Bewegung kann Aufmerksamkeit lenken. Wenn sich dagegen beim Scrollen ständig etwas dreht, einfliegt oder aufploppt, lenkt das irgendwann mehr ab, als dass es hilft.
- Eine überladene Navigation: Zehn verschiedene Menüpunkte machen es Besuchern nicht unbedingt leichter, die richtige Seite zu finden. Oft ist eine klarere Auswahl hilfreicher.
- Veraltete Informationen: Alte Leistungen, nicht mehr aktuelle Angebote oder Bilder, die längst nicht mehr zu deinem Business passen, haben auf deiner Startseite nichts verloren. Gerade weil sie häufig der erste Eindruck deines Business ist, sollte sie auch zeigen, wo du heute stehst.
4. Checkliste: Hat deine Startseite alle wichtigen Inhalte?
- Versteht ein neuer Besucher innerhalb weniger Sekunden, was ich anbiete?
- Wird deutlich, für wen mein Angebot gedacht ist?
- Finden Besucher schnell zu den wichtigsten Unterseiten?
- Ist meine Navigation einfach verständlich?
- Gibt es klare Call-to-Actions?
- Baue ich an den richtigen Stellen Vertrauen auf?
- Sind alle Informationen noch aktuell?
- Weiß ein Besucher am Ende der Seite, was er als Nächstes tun kann?
5. Fazit: Deine Startseite muss nicht alles erzählen
Eine gute Startseite ist also weniger eine riesige Informationssammlung und vielmehr ein Wegweiser durch deine Website. Genau deshalb gibt es auch nicht den Inhalt für Startseiten, der für jedes Business funktioniert. Der sinnvolle Aufbau einer Homepage hängt immer davon ab, was du anbietest, wen du erreichen möchtest und welche Informationen diese Menschen brauchen, um eine Entscheidung zu treffen. Wenn du deine Startseite also das nächste Mal anschaust, frag dich nicht nur:„Ist alles drauf?“ Sondern vielmehr: „Versteht jemand, der mein Business noch nicht kennt, was ich mache – und weiß diese Person danach, wo es für sie weitergeht?“
Und wenn du dir jetzt bei deiner eigenen Startseite gerade nicht ganz sicher bist, ob sie genau das leistet, lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen.
