Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich bemerkt, dass über meine damalige Website kaum noch Anfragen kamen. Wenn doch mal eine reinkam, hat sie oft nicht wirklich zu meinem Angebot gepasst. Ich hab mir dann meine Website noch einmal genauer angeschaut und schnell gemerkt, dass sie nicht mehr zu dem passte, was ich eigentlich anbieten wollte. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht so alt war.
Es war damals meine erste Website und das hat man ihr auch angemerkt. Am Anfang hatte ich noch viel mehr Leistungen angeboten, mich dann aber relativ schnell auf Webdesign fokussiert und einige andere Leistungen wieder rausgenommen. Außerdem hatte sich mein gesamter Auftritt in dieser Zeit immer wieder weiterentwickelt. Farben und Schriften haben sich noch einmal verändert, bis nach und nach alles immer besser zu mir gepasst hat. Ich wusste also, wie ich mich präsentieren wollte. Meine Website zeigte aber noch immer die alte Version davon. Deshalb habe ich mich damals entschieden, sie komplett zu überarbeiten. Vielleicht geht es dir ja ähnlich wie mir? Klar, für mich war es relativ einfach, meine Website neu zu gestalten. Schließlich ist das mein Job. Bei dir sieht das wahrscheinlich etwas anders aus. Du weißt vielleicht schon länger, dass deine Website mal überarbeitet werden sollte, aber du weißt nicht so richtig, wo du anfangen sollst oder an wen du dich wenden kannst. Also schiebst du es erst einmal vor dir her. Denn eigentlich funktioniert sie ja auch noch. Technisch läuft alles einwandfrei, aber sie passt halt einfach nicht mehr zu deinem Business. Genau an diesem Punkt kann ein Website-Relaunch sinnvoll sein.
Ist die Entscheidung für einen Relaunch dann gefallen, tauchen schon die nächsten Fragen auf: Wie läuft so ein Relaunch eigentlich ab? Muss meine bisherige Website währenddessen offline gehen? Welche Inhalte muss ich selbst vorbereiten? Wann sehe ich den ersten Entwurf? Und was passiert mit den Texten und Bildern, die bereits vorhanden sind?
Deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag zeigen, wie ein Website-Relaunch oder Redesign bei mir konkret abläuft. Von unserem ersten Gespräch bis zur fertigen Website.
Vorweggenommen:
Bei einem Relaunch muss nicht automatisch alles neu gemacht werden. Wir schauen erstmal, was von deiner bisherigen Website noch passt und bleiben kann und was besser neu gemacht werden sollte. Es geht nicht darum, etwas zu verändern, nur damit es anders aussieht. Die neue Website soll zu dem Unternehmen passen, das heute dahintersteht.
Inhalt
1. Das Briefing für den Relaunch
Nach dem Erstgespräch, gibt es einen ausführlichen Briefingbogen von mir. Dieser kann ganz in Ruhe zu Hause ausgefüllt werden. So bleibt genügend Zeit, sich Gedanken zu den einzelnen Fragen zu machen, ohne während eines Termins spontan auf alles eine Antwort haben zu müssen. Im Briefing geht es um das Unternehmen, das Angebot und die Zielgruppe. Gleichzeitig möchte ich wissen, warum die bisherige Website überarbeitet werden soll, was daran gefällt und was nicht. Wir halten fest, welche Inhalte bleiben sollen, was neu dazugekommen ist und was die neue Website anders machen soll. Je ausführlicher der Briefingbogen ausgefüllt wird, desto besser kann ich mir ein Bild vom Unternehmen und den Vorstellungen machen. Gerade bei einem Website-Relaunch möchte ich nicht nur wissen, wie die neue Website aussehen soll. Ich möchte verstehen, warum die bisherige Version nicht mehr passt.
Diese Informationen bilden die Grundlage für das gesamte Konzept.
2. Bilder und Texte für die Website
Schon zu Beginn klären wir, woher die Inhalte für die neue Website kommen und wer welche Aufgaben übernimmt.
Im Normalfall werden die Texte und Bilder durch die Kunden zur Verfügung. Dafür erstelle ich einen Link, über den alle Inhalte gesammelt und unkompliziert hochgeladen werden können.
Wir vereinbaren außerdem feste Termine, bis wann ich welche Inhalte benötige. So lässt sich der zeitliche Ablauf von Anfang an planen und Verzögerungen während der Umsetzung können möglichst vermieden werden.
Vorhandene Inhalte müssen dabei nicht automatisch eins zu eins übernommen werden.
Bei den Bildern schauen wir beispielsweise, ob sie bereits zur gewünschten Bildsprache und zum neuen Auftritt passen. Falls nötig, kann ich vorhandene Fotos bearbeiten, sodass ein einheitlicher Bildlook entsteht. Werden neue Bilder benötigt, finden wir auch dafür eine passende Lösung.
Ähnlich ist es bei den Texten. Diese können selbst vorbereitet oder von einem externen Texter erstellt werden.
Entscheidend ist, dass von Anfang an klar ist, wer welche Aufgabe übernimmt und bis wann die entsprechenden Inhalte benötigt werden. So wissen alle Beteiligten während des gesamten Projekts, welche Aufgaben noch offen sind und was ich übernehme.
3. Das Konzept
Sobald die beiden vorherigen Schritte erledigt sind, beginnt die Konzeptarbeit. Ich werte den Fragebogen aus, recherchiere und entwickle daraus eine passende Struktur und Konzept für die neue Website. Dabei überlege ich mir, welche Informationen die Besucher wirklich benötigen, welche Seiten dafür sinnvoll sind und wie die Inhalte aufgebaut werden sollten, damit sie auch zielführend sind. Die Website soll nicht einfach möglichst viele Informationen enthalten, sondern Besuchern dabei helfen, sich schnell zurechtzufinden, das Angebot zu verstehen und herauszufinden, ob es zu ihrem Anliegen passt.
4. Erster Entwurf und Feedbackrunde
Auf Basis des Konzepts entsteht die visuelle und strukturelle Richtung für die neue Website. Je nach Projekt arbeite ich dafür zunächst mit einem Moodboard und einem Wireframe. Daraus entwickle ich anschließend das Screendesign für die Startseite. Zusätzlich fasse ich die wichtigsten strategischen und konzeptionellen Überlegungen zusammen. So bekommen meine Kunden schon vor der technischen Umsetzung einen konkreten Eindruck davon, wie ihre neue Website später aufgebaut und gestaltet sein wird. Gleichzeitig können sie nachvollziehen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Sobald der Entwurf fertig ist, stelle ich ihn in einem gemeinsamen Termin vor. Wir gehen die Startseite zusammen durch und ich erkläre meine Gedanken hinter der Struktur und Gestaltung. Anschließend folgt die erste Feedbackrunde. Wir besprechen, was bereits passt und wo noch Änderungen gewünscht sind. Diese Rückmeldungen arbeite ich danach in den Entwurf ein. Erst wenn die Richtung für alle passt, geht es an die technische Umsetzung. So können grundlegende Änderungen bereits in der Entwurfsphase geklärt werden und nicht erst dann, wenn die komplette Website schon aufgebaut ist.
Die technische Umsetzung des Website-Relaunch
Die technische Umsetzung des Websites Relaunch erfolgt sobald das Screendesign steht. Dafür richte ich dann alles ein und baue die neue Website mit WordPress und Elementor auf. Und somit sind wir jetzt auch bei der Frage gelandet: Was passiert während dieser Zeit mit der bisherigen Website?
Bleibt die alte Website während des Relaunchs erreichbar?
Im Normalfall ja. Dafür wird eine sogenannte Staging-Umgebung eingerichtet. Vereinfacht gesagt wird die neue Website in einem separaten Bereich aufgebaut, während die bisherige Website für Besucher ganz normal erreichbar bleibt. Erst wenn die neue Version fertig ist und veröffentlicht werden soll, wird sie ausgetauscht. Soll die bisherige Website ohnehin nicht mehr erreichbar sein oder funktioniert sie nicht mehr richtig, kann sie auch für die Übergangszeit in einen Wartungsmodus versetzen. Welche Variante für das jeweilige Projekt sinnvoll ist, entscheiden wir individuell.
Staging-Umgebung kurz erklärt:
Eine Staging-Umgebung ist ein geschützter Bereich, in dem eine Website komplett neu aufgebaut oder eine Kopie der bestehenden Website bearbeitet werden kann. Dort lassen sich Änderungen in Ruhe testen, während die öffentliche Website ganz normal erreichbar bleibt. Erst wenn alles passt, wird die neue oder überarbeitete Version veröffentlicht.
6. Die zweite Feedbackrunde
Wenn die Website vollständig umgesetzt ist, kann die Website in Ruhe angeschaut werden. Jetzt ist nicht mehr nur das Screendesign der Startseite zu sehen, sondern die tatsächlich umgesetzte Website mit allen Seiten, Inhalten und Funktionen. An diesem Punkt folgt die zweite Feedbackrunde. Man hat Zeit, sich alles anzusehen, sich durch zu klicken und mir Rückmeldung zu geben, falls noch etwas angepasst werden soll.
Anschließend geht es an den Feinschliff. Ich arbeite die vereinbarten Änderungen ein, teste die Website und prüfe noch einmal, ob alles so funktioniert, wie es soll. Erst wenn alles passt, steht der Livegang an.
7. Livegang deines Relaunch
Jetzt kommt der Moment, auf den die letzten Wochen hingearbeitet wurde: Die neue Website wird veröffentlicht. Wurde mit einer Staging-Umgebung gearbeitet, wird die neue Website auf die eigentliche Domain übertragen und ersetzt dort die bisherige Version. Damit ist das Redesign der Website offiziell online. Danach hat man Zeit, sich die Website noch einmal in Ruhe anzusehen. Sollte dabei noch etwas auffallen, kann dies noch angepasst werden. Zusätzlich erstelle ich ein Backup der fertigen Website, sodass der Stand zum Zeitpunkt der Übergabe gesichert ist.
8. Übergabe und weitere Betreuung
Nach Abschluss des Projekts erfolgt die endgültige Übergabe. Ab diesem Zeitpunkt kann die Website selbst verwalten werden und man ist ab dann auch für die weitere Pflege selbst verantwortlich.
Wichtig ist, dass auch eine neu erstellte Website weiterhin Wartung benötigt. WordPress, Plugins und andere technische Bestandteile sollten regelmäßig aktualisiert werden. Backups und die Sicherheit der Website dürfen ebenfalls nicht vergessen werden.
Diese Aufgaben können entweder selbst übernommen oder im Rahmen einer laufenden Wartung an mich abgegeben werden.
9. Wie lange dauert der Ablauf eines Website-Relaunch?
Für einen Website-Relaunch plane ich in der Regel ungefähr sechs bis acht Wochen ein.
Wie lange das Projekt tatsächlich dauert, hängt aber unter anderem vom Umfang der Website ab. Einen wichtigen Einfluss auf den Zeitplan haben außerdem die Bereitstellung der Inhalte und die Feedbackrunden. Das ist der Grund, warum klare Termine, für den ausgefüllten Briefingbogen, Texte, Bilder oder Rückmeldungen abgesprochen werden. Liegen diese Dinge wie vereinbart vor, können die einzelnen Schritte direkt aufeinander aufbauen. Verzögern sich Inhalte oder Feedback, verschiebt sich entsprechend auch der weitere Website Relaunch Ablauf.
Eine gute Vorbereitung hilft deshalb nicht nur mir bei meiner Arbeit, sondern sorgt auch dafür, dass das Redesin möglichst planbar bleibt.
10. Fazit: Ein Website-Relaunch beginnt nicht mit einem neuen Design
Nach einem Website-Relaunch sieht man natürlich zuerst das neue Ergebnis: eine andere Gestaltung, überarbeitete Inhalte und möglicherweise eine ganz neue Struktur. Dahinter steckt allerdings deutlich mehr.
Konzept, Struktur und Inhalte entscheiden darüber, ob die neue Website nicht nur anders aussieht, sondern ihre Aufgabe auch besser erfüllt. Das Design baut darauf auf und die technische Umsetzung kommt erst danach.
Ein Relaunch oder ein Redesign ist nicht einfach eine optische Überarbeitung einer bestehenden Website. Er bietet die Möglichkeit, einmal bewusst aufzuräumen und den Internetauftritt wieder an das Unternehmen anzupassen.
Wer merkt, dass die eigene Website noch eine ältere Version des Unternehmens zeigt, sollte sich deshalb zuerst eine andere Frage stellen:
Was müsste sich verändern, damit die Website wieder wirklich zum heutigen Business passt?
Geht es dabei um mehr als ein paar neue Bilder oder kleine Anpassungen, kann es sinnvoll sein, gemeinsam zu schauen, ob ein Website-Relaunch der richtige nächste Schritt ist.
